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Am Buchauer Berg 4 • 91257 Pegnitz

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 Die „Flindererzeit“

Zur Geschichte dieser Tradition in Pegnitz, Ofr.
 

Die „Flindererzeit“ bezeichnet man heute gerne als „5. Jahreszeit“ in Pegnitz. In der Zeit von April bis Juni jeden Jahres beteiligen sich min. 10 Gasthäuser am „Flinderertreiben“. Neben dem guten Essen  - es gibt  Deftiges aus der Hausschlachtung - wird von den zwei örtlichen Brauereien, der Brauer-Vereinigung Pegnitz GmbH und der Jura-Bräu, für Bierliebhaber das eigens dafür gebraute „Flindererbier“ angeboten. Ein „Stoff“ für Genießer – und solche die es werden wollen.


Als ein Ergebnis der damaligen wirtschaftlichen Situation mit dem auf jedem Haus der Neustadt liegenden Braurecht, ist auch der Brauch des „Flinderns“ anzusehen, der nach einer Mitteilung des damaligen Magistrats von Pegnitz aus dem Jahre 1837, damals schon  auf eine seit 109 Jahre alte Übereinkunft zurückgeht. Seinerzeit wurde vereinbart, das während der sechs Sommermonate (April bis September), jeweils immer nur drei Bürger pro Woche selbstgebrautes Bier aus dem Kommunbrauhaus ausschenken durften.


Jeder Hausbrauer, der im Sommer sein Eigenbräu-Bier im kleinen ausschenken wollte, musste sich am „Flindern“ beteiligen. Das geschah in der Weise, das er sich um ein Los bewarb. Waren alle Bewerber angemeldet, fand die Verlosung statt, mit der die Reihenfolge der von Woche zu Woche wechselnden Flinderer festgelegt wurde. Ein Vertauschen des Termins war nicht zulässig.


Im 19. Jahrhundert ging die Zahl der Flinderer stetig zurück. Das mag an einer Bestimmung von 1864 gelegen haben, wonach einer, der ein Jahr aussetzen wollte, in Zukunft sich nicht mehr daran beteiligen durfte. Schließlich reduzierte man die Zeit des Flinderns auf die wirklichen Sommermonate, also auf die etwa zehn Wochen von Anfang Juni bis Mitte August.


In dieser Zeit der Ernte wollte man  damit auch einen gewissen Arbeitsausgleich schaffen.: „Wer daheim für das Bier zu Sorgen hatte, konnte nicht gleichzeitig seine Ernte einbringen“. So lag es nahe, dass die Nachbarn für diesen die Erntegeschäfte besorgten, um dem Brauer keinen Nachteil erwachsen zu lassen.

 

Von Anfang an  achtete man zusätzlich noch darauf, dass sich unter den drei „Flinderern“ pro Woche, jeweils ein Metzger befand, weil ihm allein es gestattet war, eine Bratwurst oder dergleichen an die Biergäste abzugeben. Das äußere Zeichen dieses Brauches gab diesem auch seinen Namen: „Flinderer“! Damit alle Bürger und Bauern wussten, wer jeweils den Ausschank hatte, hängten diese einen Büschel mit grünen Zweigen zur Eingangstüre hinaus, der im Wind flatterte. Außerdem kam oft auch noch eine aufgeblasene „Schweinsblase“ hinzu.


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